Proktologie
Rektumprolaps
Diagnose und Behandlung

Diagnostik und Therapie von Analerkrankungen
Rektumprolaps
Definition
Beim
Rektumvorfall sind nicht nur Schleimhaut des
afternahen Enddarmes und Hämorrhoiden, sondern
alle Wandschichten des Rektums beteiligt.
Der Analkanal bleibt fixiert und prolabiert somit nicht.
Es können bis zu faustgroße Ausstülpungen auftreten.
Charakteristisch sind dabei zirkuläre Schleimhautfalten.
Digital lassen sich oft ein weitgehend aufgehobener
Sphinktertonus und eine kaum vorhandene
Willkürkontraktion feststellen. Der Anorektalwinkel ist
meist auffallend abgeflacht. Als Ursachen kommen
ausgeprägte Bindegewebsschwächen, speziell im
Bereich des Beckenbodens, aber auch Traumen, z.B.
unter der Geburt oder nach operativen Eingriffen im
Bereich des Sphinkterapparates, in Betracht.
In schweren Fällen führt nicht nur der Defäkationsakt,
sondern schon eine geringe körperliche Belastung zum
Vorfall des Rektums. Auch ist es dem Patienten nicht
mehr möglich, Winde und weichen Stuhl unter Kontrolle zu halten. Das führt zu ständig
schleimigem Nässen und stuhlverschmutzter Wäsche. Sekundäre Analekzeme sind die
Folge. Die Therapie hat operativ in Form der sogenannten Rektopexie zu erfolgen.
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| Analprolaps |
Dabei wird das Rektum durch einen Ivalon-Schwamm in der
Kreuzbeinhöhle fixiert. Das Sigma sollte mit reseziert werden,
weil andernfalls durch Abknickung des Darmes eine hartnäckige
Obstipation zu erwarten ist. Dann ist das Rezidiv nur eine Frage
der Zeit.
In
zweiter Sitzung ist zur Verbesserung der Kontinenzleistung
eine Sphinkterraffung (post-anal-repair nach Parks) zu empfehlen.
Als Alternative bietet sich z.B. bei alten Menschen er sogenannte
Thiersche Ring an.
In leichteren Fällen kann man versuchen, über tägliche
Muskelkontraktionsübungen und eine Beckenbodengymnastik
(Biofeedback) sowie elektrische Stimulationsgeräte eine
Kräftigung des Spinkterapparates zu erreichen.
Rezidivprophylaxe
Postoperativ nach Abheilung sollte eine Sigmoidoskopie und evetuelle Barronligatur der Resthämorrhoiden durchgeführt werden
Komplikationen
Als
Komplikationen werden in der Literatur Blutung, Entzündungen und Analfissur, Analstenose und Kontinenzprobleme mit unter
3% angegeben. Lediglich eine Harnverhaltung, besonders bei älteren Patienten, kann in 10% auftreten, wobei eine signifikante
Reduzierung dieser postoperativen Komplikation durch eine restriktive perioperative Flüssigkeitszufuhr erreicht werden kann.
Entscheidend für Behandlungsergebnisse sind eine sorgfältige Patientenselektion sowie eine adäquat durchgeführte chirurgische
Technik unter maximaler Schonung des Analsphinkters und Anoderms und damit der Kontinenzleistung.
| 25.01.2011 | Mehr lesen | Druck |