Onkologie
Vorsorge-Information
Bösartige Tumouren
Diagnostik und Behandlung

Bösartige Erkrankungen Vorsorge
Von der Ärztekammer Wiens
SEHR GEEHRTE WIENERINNEN UND WIENER!
Krebsleiden sind in Österreich die zweithäufigste Todesursachengruppe und für gut ein Viertel aller Todesfälle verantwortlich. Der Kampf gegen den Krebs muss daher für uns alle oberste Priorität haben. Dazu ist es notwendig, Maßnahmen zu ergreifen, mit denen noch mehr Neuerkrank-ungen vermieden werden. Indem wir etwa auf eine bewusste Lebens-führung achten, zu gesunder Ernährung greifen, die Finger von Zigaretten & Co. lassen und unseren Körper ausreichend bewegen, senken wir das Risiko, an Krebs zu erkranken. Für die nächsten Jahre wird erwartet, dass sich die zunehmende Adipositas-(Fettleibigkeit) Epidemie auf die Häufigkeit von Krebserkrankungen auswirken wird. So hängt zum Beispiel Dickdarmkrebs mit Ernährung und körperlicher Aktivität zusammen. Trotz unseres intensiven Engagements, die österreichische Bevölkerung zu einer Nichtrauchernation zu machen, ist Lungenkrebs nach wie vor einer der häufigsten Tumore. Zudem wird diese Krebs-erkrankung am stärksten von einem Risikofaktor hervorgerufen. Ich appelliere daher an die Wienerinnen und Wiener, auf den Griff zum Glimmstängel zu verzichten bzw. sich die möglichen Folgen bewusst zu machen. Mit dieser Broschüre wenden wir uns daher an all jene, die sich gemäß dem Motto "Frühzeitig. Regelmäßig. Krebs vorbeugen" über die Vermeidung von Krebserkrankungen informieren und rechtzeitig vorsorgen wollen. Helfen Sie mit - im Kampf gegen den Krebs!
Herzlichst Ihr
MR Dr. Walter Dorner
PRÄSIDENT DER WIENER ÄRZTEKAMMER
Als Onkologie (altgr. όγκος „Anschwellung“ und lógos „Lehre“) bezeichnet man die Wissenschaft, die sich mit Krebs befasst.
Im engeren Sinne ist Onkologie der Zweig der Medizin, der sich der Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von malignen Erkrankungen widmet.
Screening
HIER FINDEN SIERAT UND HILFE
WARNSIGNALE
Schenken Sie Ihrem Körper Aufmerksamkeit, hören Sie
auf seine Signale und reagieren Sie darauf. Das allein
kann schon kostbare Zeit im Wettlauf gegen die Krankheit sparen.
VORSORGE
Durch vorbeugende Maßnahmen, Änderung kontraproduktiver Lebens-gewohnheiten und Vermeidung bekannter
Risikofaktoren lässt sich in vielen Fällen eine Krebserkrankung verhindern.
FRÜHERKENNUNG
Durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen können
Hinweise auf Krebserkrankungen erkannt werden. Je
früher Krebszellen entdeckt werden, umso größer ist die
Chance auf Heilung. Denn der Sieg über die Krankheit
hängt im Wesentlichen davon ab, in welchem Stadium
das Krebsgeschwür entdeckt wird.
BERATUNGSSTELLE WIEN
1180 Wien, Theresiengasse 46
Tel. (01) 408 70 48
Fax: (01) 408 22 41
Kostenlose Hotline: 0800 699 900
E-Mail: beratung@krebshilfe-wien.at
DIAGNOSE „KREBS“
Pro Jahr werden in Österreich rund 19.500 Männer und
17.400 Frauen mit einer Krebsdiagnose konfrontiert.
Jährlich sterben rund 9.000 Frauen und 10.000 Männer
an Krebs. Damit sind Krebserkrankungen für etwa ein
Viertel der jährlichen Todesfälle in Österreich verantwortlich.
Die häufigste Krebserkrankung bei Männern etwa ist
Prostatakrebs (20,5%), gefolgt von Lungenkrebs (16%)
und Krebserkrankungen des Dickdarms (14,7%).
Die Krebssterblichkeit hingegen ist am häufigsten bei
den Lungenkrebs-fällen (24%), gefolgt von Tumoren des
Dickdarms (13,7%) und dem Prostatakarzinom (12,5%).
WELCHE RISIKOFAKTOREN ERHÖHEN
DAS KREBSRISIKO?
Unsere Lebensweise spiegelt sich in der Krebslast und
beeinflusst die Häufigkeit bestimmter Krebsarten. Noch
kennt die Wissenschaft nicht alle möglichen Gründe für
eine Krebserkrankung, doch es ist bewiesen, dass die
Ursachen in rund einem Drittel der Fälle beeinflusst
werden könnten. Die Häufigkeit von Krebs kann durch
gezielte Interventionen reduziert werden – Prävention
und Früherkennung retten Leben.
Viele Faktoren, die das Krebsrisiko erhöhen, verursachen
auch andere Krankheiten: Tabak, Fehlernährung, Bewegungsmangel, Fettleibigkeit, Alkohol, Schadstoffe am Arbeitsplatz, Umweltgifte und Krankheitserreger.
Auch Infektionen können Krebserkrankungen verursachen,
etwa der Leber durch das Hepatitisvirus, des Magens
durch Helicobacter pylori und des Gebärmutterhalses
(Zervix) durch das Humanpapillomavirus.
PRÄVENTION ODER FRÜHERKENNUNG?
PRÄVENTION = VORBEUGUNG
Die meisten Krankheiten sind nicht angeboren,
sondern im Laufe des Lebens erworben. Jeder hat die
Chance, möglichen Erkrankungen aktiv vorzubeugen.
Auf diese Weise kann auch die Entstehung chronischer
Krankheiten vermieden werden. Darüber hinaus lassen
sich durch Impfungen bestimmte Krankheiten verhindern. In der Fachsprache nennt man dies „Primärprävention“.
Bei Lungenkrebs ist die Primärprävention eindeutig:
Nicht rauchen kann das Risiko, daran zu erkranken,
um 90% reduzieren. Um Hautkrebs zu vermeiden,
sollte übermäßige Sonneneinstrahlung vermieden
werden. Bei Brust-, Gebärmutterhals-, Dickdarmsowie Prostatakrebs hingegen gibt es keine eindeutig
wirksame Primärprävention.
FRÜHERKENNUNG
Wer regelmäßig zu Früherkennungsuntersuchungen
geht, nimmt an der „Sekundärprävention“ teil.
Wenn eine Krankheit früh erkannt wird, sind die
Behandlungs- und Heilungsmöglichkeiten besonders
gut.
Für die Früherkennung von Brust-, Gebärmutterhalsund Dickdarmkrebs ist die Wirksamkeit gut belegt.
Dagegen ist noch nicht nachgewiesen, dass Screenings
für Prostatakrebs und Melanom die Sterblichkeit
senken. Beim Lungenkrebs hingegen gibt es für die
Wirksamkeit der Früherkennung keinen Beweis
EUROPÄISCHER KODEX ZUR KREBSBEKÄMPFUNG
Viele Krebserkrankungen können vermieden werden, wenn wir uns für eine gesündere Lebensweise entscheiden:
BEVÖLKERUNGS-VORSORGEPROGRAMME
zur Verhinderung von Krebserkrankungen oder zur
Verbesserung der Heilungschancen:
Frauen über 25 Jahre sollten an Programmen zur
Früherkennung des Zervixkarzinoms (Gebärmutterhalskrebs) teilnehmen.
Frauen über 50 Jahre sollten an Programmen zur
Früherkennung von Brustkrebs teilnehmen.
Männer und Frauen über 50 Jahre sollten an Programmen zur Früherkennung von Darmkrebs teilnehmen.
Alle sollten an Programmen zur Hepatitis-B-Impfung
teilnehmen.
Die Programme sollten Qualitätskontrollen unterliegen,
die den europäischen Richtlinien entsprechen.
| 25.01.2011 | Weiter lesen | Druck |